Bönnigheim ist heute eine historische Kleinstadt am Rande des Strombergs mit zwei Teilorten – Hofen und Hohenstein.

 

In der Altsteinzeit zwischen 300 000 und 8 000 vor Christus wurden die ersten verlässlichen Spuren von Menschen in unserer Gegend gefunden.

 

Allerdings wurde Bönnigheim erst 793 nach Christus zum ersten Mal schriftlich erwähnt, da das Land Bönnigheim als fürstliches Geschenk der Nonne Hilteburc an das Kloster Lorsch überreicht wurde.

 

Im Jahre 1284 wurde Bönnigheim durch Graf Albrecht von Hohenberg zu einer Stadt errichtet. Zwei Jahre später ließ das Kloster Bebenhausen eine geometrische Stadtmauer, in die ein oberes und unteres Tor, drei Ecktürme, eine Burg und ein Diebesturm integriert wurden, erbauen. Der Grund für die Errichtung war die Lage Bönnigheim an einer regen Verkehrsstraße und natürlich der Schutz vor Fremdlingen.

 

Heute kann man leider nur noch einen kleinen Teil der Stadtmauer begutachten, sowie den oberen und unteren Turm, einen Teil der Burg und den Diebesturm.

 

Zwischen 1377 und 1388 geriet Bönnigheim in eine vierhundertjährige Ganerbenschaft und wurde durch den Verkauf an die Ganerben von Sachsenheim, Neuhausen, Gemmingen und Neipperg in vier Teile aufgeteilt.

 

Nach vielen Käufen und Verkäufen der Stadtteile an viele verschiedene Ganerben besaßen endlich im Jahre 1750 die Grafen von Stadion alle vier Stadtteile und somit hatte Bönnigheim die Zeit des Ganerbiats überwunden.

 

Nun stand eine bedeutende Zeit bevor: Die Grafen erbauten das Schloss und das Rathaus in Bönnigheim, womit ein höfischer Glanz in die Stadt kam.

 

Das Schloss ist heute noch in einem guten Zustand und dient als Ausstellung von ungefähr 4000 Bildern und Skulpturen der Naiven Kunst und Art Brut, die die Münchner Galeristin Charlotte Zander innerhalb von 50 Jahren privat zusammengetragen hat.

 

Das stattliche im barocken Stil gebaute Rathaus wurde in den letzten Kriegstagen 1945 vernichtet.

 

Bis 1973 diente die Villa der Familie Amann als Sitz der Bönnigheimer Stadtverwaltung. Zu dieser Zeit wurde das Gebäude bezüglich des Baus des neuen Rathauses auf diesem Platz abgerissen.

 

Für Tourismus in Bönnigheim ist gut gesorgt: Bei einem Stadtrundgang können die Ruine der Stadtmauer und die historischen Gebäude besichtigt werden. Zusätzlich sind im Schnapsmuseum die ersten Funde zur Schnapsbrennerei und deren Entwicklung zu bestaunen. Außerdem gibt es das „Museum Sophie La Roche“, in dem Literatur der ersten deutschen Schriftstellerin Sophie La Roche angemessen präsentiert wird. Das „Museum Arzney-Küche“ ist ein Apothekenmuseum und somit die vierte museale Einrichtung in der kleinen Stadt Bönnigheim.

 

Jedes Jahr wird in Bönnigheim ein Straßenfest gefeiert: Abgewechselt wird zwischen dem traditionellen Ganerbenfest und dem Brunnenfest, deren Hintergründe in der Geschichte zu finden sind. Ebenso sind das Weinfestival im Schlossgarten, die Historischen Märkte, die Kunsthandwerkermärkte, die Krämermärkte und der Weihnachtsmarkt immer wieder schöne Attraktionen. Auch die einheimischen Bräuche und Trachten oder beim Festumzug die bunten Wagen der Vereine – in Bönnigheim gibt es viel zu entdecken.

 

Nicht nur innerhalb von Bönnigheim, sondern auch außerhalb gibt es einiges zu beobachten. Bönnigheim und die umliegenden Dörfer und Städte sind umgeben von Ackerflächen und Weinbergen.

 

Schon vor 140 Millionen Jahren wuchsen die Weinreben, jedoch wurde erst später, dank der Römer, Weinbau betrieben.

 

Mit der Schenkung des Landes Bönnigheim wurden unter anderem auch zum ersten Mal zwei Weinberge der Umgebung genannt. Ende des 12.Jahrhunderts war die Entwicklung der Weinberge, wie sie heute bestehen, vollendet. 400 Jahre später war die Blütezeit des Bönnigheimer Weins. In Esslingen war damals der Weinhandel sehr gefragt, weshalb der Wein dorthin gebracht wurde. Auf Grund der vermögenden Gesellschaft, die durch den Weinbau diesen Status erhielt, wurde die Stadtmauer errichtet.

 

Der Weinbau ist bis heute sehr gut erhalten geblieben. Das Herbsten in den eigenen Weinbergen ist heute noch in vielen Familien Tradition. Die Lese verläuft je nach Wetterlage in der Wachstumszeit verschieden. Trotzdem werden jedes Jahr mehr oder weniger Trauben aus der Umgebung zum Pressen in die Strombergkellerei Bönnigheim gebracht, in der seit 1919 der Bönnigheimer Wein hergestellt wird.

 

Nicht nur Weinbau, sondern auch Landwirtschaft auf den Äckern und Obstanbau wird heute noch betrieben. Bönnigheim ist also ein landwirtschaftliches und historisches Gebiet.

 

Allerdings ist die Industrie in Bönnigheim nicht ferngeblieben: Im Jahre 1854 gründete Alois Amann gemeinsam mit Immanuel Boehringer eine Nähseidenfabrik. Nach dem Austritt Boehringers wurde Alois Sohn Emil sein Nachfolger. Die Fabrik ist heute als Amann & Söhne bekannt ist.

 

Alfred Amann, der zweite Sohn stiftete auf Grund seiner Großzügigkeit eine Schule, die vor einigen Jahren noch ein Progymnasium war.

 

Das nun bestehende Alfred-Amann-Gymnasium, sowie die Sophie La Roche-Realschule, die Ganerbenschule (Grund- und Hauptschule) und insgesamt 6 Kindergärten stellen die Anstalten der Bildung unserer Kinder dar. Kindergarten Bismarck und Kindergarten Forst sind von der Evangelischen Kirchengemeinde organisiert.

 

Für die musikalische Bildung ist eine Musikschule am Ort verantwortlich und bezüglich ihrer großen Instrumentenvielfalt wird sie von vielen Kindern und Jugendlichen in Anspruch genommen.

 

Außerdem gibt es in der Gemeinde insgesamt 45 Vereine und Organisationen, die alle Altersgruppen ansprechen.

 

Auf Grund dieser vielfältigen Angebote wächst die Bönnigheimer Bevölkerung immer weiter an. Das Schlossfeld wurde vor einigen Jahren als Neubaugebiet errichtet, in das viele junge Familien ziehen.

 

Bönnigheim gehört zwar zum Landkreis Ludwigsburg, befindet sich aber an der Grenze zum Landkreis Heilbronn. Deshalb kann man eine eindeutige Orientierung der Bewohner nicht festlegen. Auf Grund der Nähe zu Heilbronn erledigen dort viele Bönnigheimer ihre Einkäufe. Allerdings ist die Bus- und Zugverbindung von Bönnigheim nach Heilbronn und umgekehrt sehr schlecht, weshalb es Jugendliche unter 18 Jahren eher nach Ludwigsburg zieht.

 

Ein Unikat und Kleinod ist die Cyriakuskirche in Bönnigheim

Bericht: Victoria Kunz