Unsere Dorfkirche Hohenstein

Beschreibung der Dorfkirche

An der höchsten Stelle Hohensteins schmiegt sich die helle Dorfkirche an die Weinberge an. Der Chorturm aus dem späten 13. Jahrhundert hatte zunächst die Funktion einer Burgkapelle der „Howensteiner“. Spätestens 1601 wurde der Chorturm mit einem neuen Schiff versehen. Die jahrhundertelang hautnahe Berührung mit dem Kirchberg schadete dem Bauwerk. Ein großes Bauvorhaben stand an: Unter der Leitung des Stuttgarter Architekten Dolmetsch und des Oberamtsbaumeisters Klink aus Besigheim wurde 1892 die Feuchtigkeit durch eine solide Böschungsmauer auf der ganzen Nordfront von der Kirche abgehalten. Auch die alte nördliche Sakristei wurde trockengelegt, und die südliche, die vorübergehend angebaut war, konnte wieder abgerissen werden. Bei dieser Restaurierung wurde das Schiff durch einen neugotischen Anbau nach Westen verlängert: Die Kirche bekam ihre heutige Gestalt.

 

70 Jahre später (1963) erfolgte eine weitere große Innenrenovierung. Dabei wurde ein neues Gestühl eingebaut, eine zeitgemäße Heizung installiert, die Holzdecken abgelaugt, die Barockgrabmäler im Chor restauriert, ein neuer Altar, neue Paramente und ein Holzkruzifix angebracht.

 

Erwähnenswert sind die Kanzel, das neugotische bunte Ostfenster, die Grabmäler der Burgherren und die Orgel mit dem barocken Prospekt.

 

Diese wurde im Jahre 1836 von Martin Andreas Laukhuff, Cannstatt, dem Schwiegersohn von
J.E. Walcker, Ludwigsburg als  Opus 6 mit einem Manual und 6 Registern (vermutlich ohne Pedal) gebaut. Der Prospekt und Teile des Pfeifenwerks sind noch heute erhalten.

 

Bei der Renovierung im Jahr 1892 wurde die Orgel vom Chor auf die Westempore umgesetzt und klanglich verändert. Das Instrument bekam in dieser Zeit ein oder zwei selbständige Pedalregister. Diese Arbeiten wurden durch Fa. Carl Schäfer, Heilbronn ausgeführt.

 

Um 1969 baute die Firma Emanuel Kemper & Sohn aus Lübeck eine neue Orgel unter Verwendung des Prospekts und mehrerer alter Register. Diese wurde im Herbst 2005 durch die Fa. Rensch, Lauffen, einer Hauptausreinigung und Instandsetzung unterzogen.

 

Der Innenraum der Kirche wurde immer wieder den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen angepasst. So wurde 1992 begonnen, im hinteren Bereich der Kirche das Gestühl zu entfernen und den Raum unter der Westempore mit einer Trennwand zum Kirchenraum abzugrenzen. Ein Kommunikationsraum entstand. 

 

Das sog. Kirchstüble, ein Anbau an der Nordseite der Kirche, wurde im Jahr 2002 gänzlich erneuert. Heute dient der rund 16 qm große Raum überwiegend der Kinderkirche und anderen Gruppen. Über das Kirchstüble gelangt man zum Glockenstuhl. Dort klingen drei Glocken, eine ist aus dem Jahr 1892, die beiden anderen wurden 1953 gegossen.

 

Die letzten Renovierungsarbeiten waren im Jahr 2005. Seither ist die farbige Rosette auf der Empore über dem Westportal wieder freigelegt. Das zusätzliche Tageslicht läßt den schönen Kirchenraum noch heller erstrahlen.

 

Text: G. Müller

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