Spätmittelalterliches Sakramentshäuschen

Neben dem Hochaltar haben wir hier noch einen sehr schönen spätmittelalterlichen Schmuck; es ist das mit seiner Kreuzblume fast bis zur Scheitelhöhe des Gewölbes reichende steinerne Sakramentshäuschen.

Wir wissen nicht, wer der Meister dieses Kunstwerkes ist. Es wird

vermutet, dass es um 1470 / 1480 entstanden sein könnte.

Im Tabernakelgehäuse erkennen wir das Wappen der Sachsenheimer,

die als Stifter dieses figurreichen Prachtstückes anzusehen sind.

 

Über dem Gehäuse stehen umrankt von Schlingwerk, drei Figuren:

Maria mit dem Kind, St. Jakobus im Pilgerkleid und mit Pilgerhut in der

Hand, die dritte männliche Figur wird als eine Prophetenfigur angesehen.

Darüber breitet sich ein reicher Baldachin aus und auf drei Konsolen

stehen abermals drei zierliche Figuren.

 

Die Auslegung von 1899 deutet auf einen Propheten mit Spruchband, einen Priester mit der dem Tempel geweihten jungen Maria und die hl. Barbera mit dem Turm in der Linken (in welchem sie um ihres Glaubens Willen gefangen, lange nun vom Genuß des heiligen Sakraments ihr Leben gefristet hat).

 

Ganz oben geht das Sakramentshaus in eine vierseitige Fiale mit Kreuzblume aus.

 

In diesem Sakramentshäuschen wurden einst auch bei uns die Gefäße

mit den konsekrierten Hostien (Ciborium und Monstranz) aufbewahrt;

es war das Allerheiligste.

 

Das Sakramenthäuschen in Bönnigheim dürfte eines der schönsten im

Kreis Ludwigsburg sein.