Aussendung der Jünger

 

Im linken Seitenflügel des Lettners befindet sich ein holzgeschnitztes

Bildwerk. Es handelt sich um eine Darstellung der Aussendung der

Jünger nach Matthäus 28, 16-20.

 

Unterhalb einer Stadt sehen wir in einer Berglandschaft den auferstandenen Christus und die Jünger, von denen sich ein Teil dem Herrn zuwendet, ein Teil sich aber bereits auf dem Weg zur Mission macht.

 

Der Meister dieses Kunstwerkes ist nicht bekannt, aber die neuen Forschungen haben ergeben, dass er im Umkreis von Christof von Urach zu suchen ist (Christof von Urach schnitze unter anderem den schönen Altar in der Besigheimer Pfarrkirche).

 

Sicherlich war in Bönnigheim der Meister nicht selbst am Werk, dazu ist die Ausführung zu einfach, aber ein Geselle aus seiner Werkstatt könnte der Urheber sein.

 

Es gilt als erwiesen, dass ein Geselle aus der Werkstatt Christof von Urach am Herrenberger Chorgestühl geschult wurde und man erkennt im Vergleich mit dem Bönnigheimer Holzrelief dieselben charakteristischen Ausführungen. Das HerrenbergerChorgestühl wurde um 1515 fertiggestellt und so datiert man die Entstehung des Bönnigheimer Relief in die Zeit um 1517. Das würde bedeuten, dass es bereits drei Jahre vor dem Bönnigheimer Hochaltar angefertig wurde. Ursprünglich befand sich das Relief nicht in der Bönnigheimer Kirche, sondern im Franziskaner Kloster auf dem Frauenberg.